Handwerk mit Tradition in Colonia Valdense

Ein bunter Herbst in Uruguay

Briggite strahlt über das ganze Gesicht, als sie den stattlichen Käselaib mit einem Wiegemesser in zwei Hälften teilt. Ihre Wangen sind ganz rosig von der frischen Luft in Colonia Valdense. Sie reicht jedem von uns eine Probe und konstatiert noch bevor wir unisono in Laute des Genusses ausbrechen: „So eine Qualität ist heute schwer zu finden“.

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Molkerei und Pedro Valdo

Colonia Valdense, gleich neben Nueva Helvecia gelegen, ist in der Banda Oriental berühmt für seine hervorragenden Agrar-, aber vor allem Milchprodukte. Ihren Namen verdankt die Kolonie waldenser Immigranten aus Piemont, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Uruguay niederließen. Sie brachten neben ihren religiösen Überzeugungen, die heute vielfach als Vorläufer des Kalvinismus bezeichnet werden, auch ihre landwirtschaftliche Expertise mit in die Region.

Export Colonia Valdense

Die Molkerei La Brida von Briggite und ihrem Mann ist nur eines von vielen Beispielen, dass die Traditionen in Colonia Valdense gepflegt werden. Geschmack und Wertigkeit der Produkte sprechen für sich und so werden die Käse, Joghurts, Honige, Marmeladen, Salben und Öle im ganzen Land verkauft.

La Brida
Daniel Davyt y Briggite Malan
QUESO AZUL
E. Barbaroux s/n - Valdense - Colonia - Uruguay
Cel. 098771037
bridani@adinet.com.uy

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Spätherbst in Uruguay

Thomas und Guacira haben Albrecht und mich auf ihre Chacra, ihr Landhaus eingeladen. Bei Ankunft kurz vor der Abenddämmerung schimmerten die Blätter der Bäume in kräftigen Rot- und Gelbtönen. Backsteinbauten und Holzhäuser mit spießig-akkuraten Vorgärten samt Gartenzwergen machten den Eindruck eines nordeuropäischen Herbstes perfekt. Hin und wieder jedoch wird das makellos bourgeoise Straßenbild von Gebäuden in schrillen Farben und Formen unterbrochen. Die Mischung hat seinen ganz eigenen Charme.

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Annemarie-Rübens-Straße

Gegen die klirrende Kälte des hereinbrechenden uruguayischen Winters draußen, legt Thomas auf der Chacra Holzscheite nach, die er zuvor gehackt hat. Die Flammen lecken erst knackend bis zur Oberkante des Kamins, bis das Feuer schließlich zahmer wird und ruhig vor sich hin knistert. Eine wohlige Wärme erfüllt die Schlafzimmer. Aus der Küche duftet es nach Essen, Guacira hat für uns gekocht. Unsere heimelige Bleibe für das Wochenende gehörte bis zu ihrem Ableben Thomas‘ Mutter. Annemarie Rübens beherbergte zeitlebens in Colonia Valdense Kinder von Eltern, die während des Nationalsozialismus‘ in Deutschland und der Militärdiktatur in Uruguay inhaftiert wurden. Eine initiative der Gemeinde will morgen mit der Bezirksverwaltung darüber beraten, eine Straße nach dieser einzigartigen Frau zu benennen, die so vielen eine Freundin, Mutter und Vorbild war.

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